Pachtvertrag weinbau rheinland-pfalz | BASEMENT
August 1, 2020 basement

Pachtvertrag weinbau rheinland-pfalz

Über mehrere Jahrhunderte des Mittelalters wuchsen die Weinberge Deutschlands (einschließlich Elsass) und sollen um 1500 ihr größtes Ausmaß erreicht haben, als vielleicht sogar viermal so viel wie die heutige Weinbergsfläche gepflanzt wurde. Im Grunde lagen die Weinregionen an den gleichen Orten wie heute, aber mehr Ländereien um die Flüsse herum und Land weiter flussaufwärts der Rheinzuflüsse wurden angebaut. Der anschließende Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass lokal produziertes Bier im 16. Jahrhundert zum Alltagsgetränk in Norddeutschland wurde, was zu einem teilweisen Verlust des Weinmarktes führte, auf den Dreißigjährigen Krieg, der Deutschland im 17. Jahrhundert verwüstete, auf die Auflösung der Klöster, wo ein Großteil des Weinbau-Know-hows konzentriert war, in jenen Gebieten, die die protestantische Reformation akzeptierten, und auf die klimatischen Veränderungen der Kleinen Eiszeit, die den Weinbau in Randgebieten erschwerten. [5] Die deutsche Weinszene besteht aus vielen kleinen handwerklich orientierten Weinbergbesitzern. Bei der Weinbauerhebung 1999 wurden 68 598 Weinbesitzer gezählt, gegenüber 76 683 in Westdeutschland 1989/90 bei einer durchschnittlichen Größe von 1,5 ha. Die meisten der 40 625 Betreiber mit weniger als 0,5 ha sollten wahrscheinlich als Hobbywinzer eingestuft werden. Bei der Weinbauerhebung 2016 wurden 15 931 Weinbesitzer gezählt. Zweistellige Abnahmen der Betreiber ändern die Struktur.

[13] Viele kleinere Weinbesitzer betreiben den Weinbau nicht als Vollzeitbeschäftigung, sondern als Ergänzung zu anderer Landwirtschaft oder Gastfreundschaft. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Besucher einer deutschen Weinregion feststellt, dass ein kleines Familiengasthaus seinen eigenen Wein hat. Kleinere Weinbauern, die ihren eigenen Wein nicht vermarkten wollen oder können, haben mehrere Möglichkeiten: die Trauben verkaufen (entweder auf dem Markt jedes Erntejahr oder auf langfristigem Vertrag mit größeren Weingütern, die ihre eigene Produktion ergänzen wollen), liefern die Trauben an eine Winzergenossenschaft (in Deutschland Winzergenossenschaft genannt) oder verkaufen den Wein in loser Schüttung an Winzer, die sie in “Bulk-Marken” oder als Basiswein für Sekt verwenden. Diejenigen, die Weinberge in wirklich guten Lagen besitzen, haben auch die Möglichkeit, sie an größere Produzenten zu vermieten, um zu betreiben. Vor der Ära Karls des Großen wurde der germanische Weinbau hauptsächlich, wenn auch nicht ausschließlich, auf der Westseite des Rheins praktiziert. Karl der Große soll den Weinbau in den Rheingau gebracht haben. Die ostwärts gerichtete Ausbreitung des Weinbaus fiel mit der Ausbreitung des Christentums zusammen, das von Karl dem Großen unterstützt wurde. So spielten im mittelalterlichen Deutschland Kirchen und Klöster die wichtigste Rolle im Weinbau und vor allem bei der Herstellung von Qualitätswein.

Zwei Rheingauer Beispiele veranschaulichen dies: Erzbischof Ruthard von Mainz (1089–1109) gründete an Hängen oberhalb von Geisenheim eine Benediktinerabtei, deren Grund später Schloss Johannisberg wurde.